Glossar
Was steht im Datenblatt des Wechselrichters?
← Alle BegriffeDC/AC-Verhältnis (Überdimensionierung)
Wie viel Modulleistung an einem Wechselrichter hängt, im Verhältnis zu seiner Nennleistung.
Genauer
Module liefern ihre Nennleistung selten. Deshalb ist es üblich, mehr Modulleistung anzuschließen, als der Wechselrichter abgibt. An wenigen sonnigen Mittagen wird dann etwas abgeregelt; dafür arbeitet der Wechselrichter den Rest des Jahres näher am guten Wirkungsgrad.
Datenblatt
„Empfohlene maximale PV-Eingangsleistung“, „Max. PV input power“. Beispiel: 15.000 Wp an 10.000 W, also bis 1,5 [S1 (öffnet in neuem Fenster)].
Passt dazu
Solaranlage-Rechner (rechnet mit gleicher Modul- und Wechselrichterleistung).
Quellen
Hybridwechselrichter
Ein Wechselrichter, an den Solarmodule und Batterie gemeinsam angeschlossen werden.
Genauer
Die Batterie hängt auf der Gleichstromseite; Solarstrom kann ohne Umweg über Wechselstrom in den Speicher. Die HTW Berlin nennt solche Systeme DC-gekoppelt [S5 (öffnet in neuem Fenster), S. 10]. Viele Hybridwechselrichter haben auch einen Notstrom- oder Backup-Anschluss.
Datenblatt
„Hybrid inverter“, Angaben zum „Batterieeingang“ (Spannungsbereich, Lade-/Entladestrom). Beispiel: Batteriespannung 150–600 V, 30 A [S1 (öffnet in neuem Fenster)].
Worauf achten
Wechselrichter und Batterie müssen zueinander freigegeben sein; das steht in der Kompatibilitätsliste des Herstellers.
Passt dazu
Quellen
Isolationsimpedanz gegen Masse
Ein Messwert, mit dem der Wechselrichter prüft, ob die Solarleitungen gut gegen Erde isoliert sind.
Genauer
Feuchtigkeit oder beschädigte Kabel senken den Wert. Ist er zu niedrig, startet der Wechselrichter aus Sicherheitsgründen nicht. Laut Handbuch muss der Strang vor dem Anschluss mehr als 1 MΩ (1.000 kΩ) gegen Erde haben [S2 (öffnet in neuem Fenster)].
App
„Isolationsimpedanz gegen Masse (kΩ)“, „Insulation resistance“.
Worauf achten
Morgens nach Tau oder bei Regen ist der Wert oft niedriger. Häufen sich Isolationsfehler, Fachbetrieb rufen.
Quellen
Leistungsfaktor (cos φ)
Das Verhältnis von Wirkleistung zu Scheinleistung. 1 heißt: nur Wirkleistung.
Genauer
Fordert der Netzbetreiber Blindleistung, sinkt der Leistungsfaktor unter 1. Bei wenig Leistung kann die App deshalb Werte wie 0,9 zeigen, ohne dass etwas falsch läuft. Wie der Wechselrichter das regelt, stellt der Installateur in der App nach Vorgabe des Netzbetreibers ein [S2 (öffnet in neuem Fenster)]. Übliche Kennlinien sind cos φ(P) (nach Leistung) und Q(U) (nach Netzspannung).
Datenblatt
„Leistungsfaktor-Bereich“, „Power factor“. Beispiel: > 0,99 bei Nennleistung, einstellbar von 0,8 voreilend bis 0,8 nacheilend [S1 (öffnet in neuem Fenster)].
Quellen
Maximale DC-Eingangsspannung
Die höchste Spannung, die von den Modulen am Wechselrichter ankommen darf.
Genauer
Bei Kälte steigt die Modulspannung. Die Leerlaufspannung des Strangs bei der tiefsten erwarteten Temperatur muss unter diesem Wert bleiben, sonst kann der Wechselrichter Schaden nehmen.
Datenblatt
„Maximale PV-Eingangsspannung“, „Max. input voltage“. Beispiel: 1.000 V [S1 (öffnet in neuem Fenster)].
Worauf achten
Ein reiner Planungswert für den Installateur; bei Erweiterungen der Anlage beachten.
Quellen
Maximaler Eingangsstrom je MPPT
Wie viel Strom ein Tracker höchstens verarbeiten kann.
Genauer
Liegt der Modulstrom darüber, begrenzt der Wechselrichter – die Mehrleistung geht verloren. Große, moderne Module haben hohe Ströme; hier lohnt der Blick ins Datenblatt.
Datenblatt
„Maximaler PV-Eingangsstrom“, „Max. input current“, oft je Tracker. Beispiel: 37,5 A gesamt, aufgeteilt 12,5 A / 25 A; Kurzschlussstrom 16 A / 32 A [S1 (öffnet in neuem Fenster)]. Der stärkere Tracker ist für zwei parallele Stränge gedacht (Strings je MPPT 1/2) [S1 (öffnet in neuem Fenster)].
Quellen
Maximaler und europäischer Wirkungsgrad
Wie viel der Modulleistung als Wechselstrom herauskommt.
Genauer
Der maximale Wirkungsgrad gilt nur im besten Betriebspunkt. Der europäische Wirkungsgrad gewichtet mehrere Teillasten, so wie sie in Mitteleuropa übers Jahr vorkommen, und ist für den Vergleich aussagekräftiger.
Datenblatt
„Max. Wirkungsgrad“, „Europ. Wirkungsgrad“, „Euro efficiency“. Beispiel: 98,4 % und 97,9 % [S1 (öffnet in neuem Fenster)].
Worauf achten
Unterschiede von wenigen Zehntelprozent machen im Jahr meist weniger aus als Ausrichtung und Verschattung.
Quellen
MPP-Spannungsbereich und Startspannung
Der Spannungsbereich, in dem der Wechselrichter die beste Leistung aus den Modulen holen kann, und die Spannung, ab der er überhaupt anläuft.
Genauer
Die Spannung eines Strangs ergibt sich aus der Zahl der in Reihe geschalteten Module. Liegt sie unter dem MPP-Bereich, verschenkt man Ertrag; unter der Startspannung bleibt der Wechselrichter morgens länger aus.
Datenblatt
„MPPT-Spannungsbereich“, „MPP voltage range“, „Einschaltspannung“, „Start-up voltage“. Beispiel: MPPT 200–950 V, Einschaltspannung 250 V, Nenneingangsspannung 600 V [S1 (öffnet in neuem Fenster)].
Worauf achten
Die Stranglänge plant der Installateur so, dass die Spannung auch an heißen Tagen (Spannung sinkt) im Bereich bleibt.
Quellen
MPP-Tracker (MPPT)
Ein Regler im Wechselrichter, der für einen Strang Solarmodule laufend die Spannung sucht, bei der die Module die meiste Leistung abgeben.
Genauer
MPP heißt „Maximum Power Point“. Die Leistung eines Moduls hängt von Licht, Temperatur und Spannung ab; der Tracker verschiebt die Spannung ständig auf den günstigsten Punkt. Hat ein Wechselrichter zwei MPPT, können zwei Dachflächen mit unterschiedlicher Richtung oder Verschattung getrennt arbeiten, ohne sich gegenseitig zu bremsen.
Datenblatt/App
„Anzahl der MPPTs“, „Number of MPPTs“; in der App oft „MPPT1“, „MPPT2“ mit Spannung und Strom. Beispiel: 2 MPPT [S1 (öffnet in neuem Fenster)].
Worauf achten
Gleich ausgerichtete Module an einen Tracker, unterschiedliche Dachseiten an getrennte Tracker. In der App zeigt ein deutlich schwächerer Tracker bei gleicher Ausrichtung oft Verschattung oder einen Fehler.
Passt dazu
Solaranlage-Rechner (Dach Ost-West).
Quellen
Netzfrequenz
Wie oft der Strom im Netz pro Sekunde seine Richtung wechselt – in Europa 50 Hz.
Genauer
Kleine Abweichungen wie 49,97 Hz sind normal. Weicht die Frequenz stark ab, trennt der Netzschutz den Wechselrichter, z. B. unter 47,5 Hz oder über 51,5 Hz [S3 (öffnet in neuem Fenster)].
Quellen
Schutzart (IP65)
Wie gut ein Gerät gegen Staub und Wasser geschützt ist.
Genauer
Die erste Ziffer steht für Fremdkörper/Staub (6 = staubdicht), die zweite für Wasser (5 = Strahlwasser). IP65 erlaubt eine Montage im Freien an geschützter Stelle.
Datenblatt
„Schutzart“, „Ingress protection“. Beispiel: IP65 [S1 (öffnet in neuem Fenster)].
Quellen
Wirkleistung, Scheinleistung, Blindleistung
Wirkleistung (W) ist die nutzbare Leistung. Blindleistung (var) pendelt zwischen Netz und Gerät hin und her und stützt die Spannung. Scheinleistung (VA) ist beides zusammen.
Genauer
Der Wechselrichter kann auf Vorgabe des Netzbetreibers Blindleistung bereitstellen, damit die Spannung im Ortsnetz bei viel Sonne nicht zu hoch wird. Deshalb steht auf dem Datenblatt neben der Nennleistung in W auch eine Scheinleistung in VA.
Datenblatt/App
„Nennleistung“ (W), „Maximale Scheinleistung“ (VA), in der App „Wirkleistung gesamt (kW)“ und „Blindleistung (var)“. Beispiel: 10.000 W, 10.000 VA [S1 (öffnet in neuem Fenster)].
Worauf achten
Blindleistung in der App ist kein Verlust deines Stroms; sie wird nicht verkauft und nicht bezahlt.